Es war es so weit: Die letzte Regionalmeisterschaftsrunde der Saison stand an. Austragungsort: Dreifachturnhalle Kreuzfeld in Langenthal. Draussen ein traumhafter Frühlingstag mit viel Sonnenschein. Drinnen… sagen wir es so: Der Graus jedes Trainers wartete bereits – eine Doppelrunde! Die Besammlung war um 11:30 Uhr. Alle da, alle bereit, alle mit einem gesunden Mix aus Vorfreude, Spannung und der leisen Gewissheit: Das hier ist der Abschluss einer ziemlich besonderen Saison. Bis auf zwei Spieler war das komplette Kader am Start.
Spiel 1: Black Creek Schwarzenbach weiss – Uniho Derendingen 5:1
Kurz vor Anpfiff dann der erste Klassiker des Tages. Beide Teams stehen bereits parat auf dem Feld und alles wirkt bereit für den Start, bis der Organisator völlig entspannt, aber mit diesem gewissen „ähm… kurze Info“-Ton darauf hinwies, dass hier gerade sportlich gesehen zwei sehr dunkle Teams gegeneinander antraten. Kurze kollektive Verwirrung. Dann die Lösung:
Derendingen sprintet zurück in die Garderobe und zog sich um. Warm-up-Teil-2 inklusive.
Zurück auf dem Feld dann ein Start, der sich sehen lassen konnte.
Nach knapp zwei Minuten erzielten wir das 1:0. Ein Angriff, sauber gespielt und konsequent abgeschlossen. Alles schien in die richtige Richtung zu laufen. Doch dann änderte sich das Spiel. Nicht plötzlich, sondern schleichend. Der ballführende Gegner wurde einen Tick zu freundlich begleitet, ein Schritt zu wenig Druck, ein Moment zu viel Zeit.
Und dann kam sie, die neue Spezialität des Gegners: Weitschüsse. Präzise. Hart. Gemein. Erfolgreich.
Während die Defensive im Vergleich zu früheren Spielen deutlich stabiler stand und Konter weitgehend verhindert werden konnten, fanden diese Abschlüsse immer wieder den Weg ins Tor. Derendingen kämpfte, arbeitete, versuchte zurückzukommen. Doch der Rhythmus war weg, das Momentum auf der anderen Seite.
Endresultat: 1:5
Es war ein Spiel, das zeigte, wie gross die Fortschritte bereits sind. Es war aber gleichzeitig auch ein freundlicher Hinweis darauf, was als Nächstes auf dem Trainingsplan steht.
Spiel 2: Uniho Derendingen – STV Murgenthal 2:2
Keine Pause. Kein grosses Durchatmen. Direkt weiter. Und jetzt wurde es laut. Richtig laut. Auf dem zweiten Spielfeld spielten die Juniorinnen C – mit Lautsprecheranlage, mit voller Energie, mit Fans, die jede Aktion begleiteten, als wäre es das Finale einer Weltmeisterschaft. Die Halle vibrierte. Der Boden schien mitzuschwingen.
Und mittendrin: Derendingen.
Die Spieler versuchten, sich zu orientieren, doch gefühlt passierte überall gleichzeitig etwas.
Ein Pass hier, ein Ruf dort, ein Torjubel von nebenan. Konzentration wurde plötzlich zur Königsdisziplin.
Die Trainer reagierten schnell. Und pragmatisch. Ein kurzer Griff an den Kopf, eine sanfte Drehbewegung und der Blick war wieder dort, wo er hingehört. Mehrfach. Sehr mehrfach.
Nach 12 Minuten stand es 0:2.
Ein Rückstand, der nicht geplant war, aber auch keiner, der dieses Team aus der Ruhe bringt. Denn genau hier zeigt sich, was diese Mannschaft in den letzten Monaten gelernt hat. Nicht hadern. Nicht zweifeln. Einfach weitermachen.
Der Anschlusstreffer fiel. Die Energie kehrte zurück. Der Ausgleich folgte. Die Bank explodierte. „Hopp Däredinge, hopp Däredinge!“
Plötzlich war alles wieder offen. Jeder Ball wurde umkämpft, jede Aktion begleitet.
Der Siegtreffer lag irgendwo in der Luft, schwebte durch die Halle… entschied sich aber, nicht mehr zu fallen.
Endresultat: 2:2
Es war ein Spiel, das vielleicht nicht perfekt war, aber genau das zeigte, was diese Mannschaft ausmacht.
Spiel 3: SC Oensingen Lions – Uniho Derendingen 2:13
Letztes Spiel. Letzte Gelegenheit. Letzter Auftritt. Nochmal sammeln. Nochmal fokussieren.
Kurzes Aufwärmen, den zweiten Goalie einspielen. Platz war zwar Mangelware, aber man nahm, was man kriegen konnte.
Dann der Anpfiff, 12 Sekunden, 1:0! Ein Start, der kaum besser hätte sein können. Ein kurzer Jubel. Ein kurzes Lächeln.
20 Sekunden später, 1:1, kurze Erinnerung, dass auch der Gegner mitspielt.
Und dann… passierte etwas. Derendingen schaltete um. Nicht nur einen Gang höher. Sondern… alle.
Derendingen spielte sich zunehmend in einen regelrechten Flow. Pässe fanden ihr Ziel, Laufwege passten, Abschlüsse waren präzise. Die Spielfreude war überall spürbar. Die Bank lebte, das Team harmonierte und Angriff um Angriff rollte auf das gegnerische Tor.
Die Halle vibrierte nicht mehr nur wegen der Lautsprecher. Jetzt war es dieses Spiel, das alles mitriss.
Endresultat: 13:2
Und dann kam er. Der Schlusspfiff. Und mit ihm… einmal mehr… das pure Chaos in seiner schönsten Form.
Die Bank stürmte aufs Feld. Spieler sprangen, schrien, lachten, fielen sich in die Arme.
Und dann die Welle für das Publikum.
Ein riesiges Publikum. Eltern, Brüder, Schwestern, Grosseltern. Alle da. Alle laut. Alle stolz.
Saisonfazit
Wenn man zurückblickt, dann sieht man nicht einfach Resultate. Man sieht Entwicklung. Man sieht Emotionen. Man sieht ein Team, das gewachsen ist.
Von den ersten Spielen mit Unsicherheiten und kleinen Chaos-Momenten bis hin zu Auftritten, bei denen man sich ernsthaft fragen konnte, ob hier wirklich „nur“ Junioren E spielen. Man erinnert sich an Aufholjagden, an knappe Entscheidungen, an Spiele, bei denen die Herzschrittmacher gefühlt kurz vor dem Kurzschluss standen. An Jubelstürme, Kampfschreie und Momente, die man nicht mehr vergisst.
Dieses Team hat gelernt, was es bedeutet. Zusammen zu kämpfen. Zusammen zurückzukommen und zusammen zu gewinnen.
Und genau deshalb ist eines klar: Egal, was auf dem Resultatblatt steht. Dieses Team verlässt die Saison als Sieger.
Gold, Dankbarkeit und ein perfekter Abschluss
Am Ende folgte das, worauf alle gewartet hatten. Für alle eine Goldmedaille. Verdient!
Und in diesem Moment wurde alles still. Zumindest für einen kurzen Augenblick.
Strahlende Gesichter. Stolze Blicke. Ein Team, das genau weiss, was es gemeinsam erreicht hat.
Ein riesiges Dankeschön an alle Eltern. Fürs Fahren, fürs Anfeuern, fürs Mitfiebern.
Und ganz besonders für die Geduld zu Beginn der Saison. Denn ja, da lief nicht immer alles rund. Kleine Missverständnisse, logistische Herausforderungen und ein Trainerstaff, der selbst noch am Lernen war.
Umso schöner, dass alle gemeinsam durch diese Phase gegangen sind.
Und dann dieses Geschenk an die Trainer. Mit viel Herz. Mit viel Bedeutung. Ein Moment, der hängen bleibt.
Das grosse Finale
Und so endet diese Saison mit einem letzten Jubel, einem letzten Kampfschrei und einem letzten gemeinsamen Moment, in dem alle noch einmal innehalten, zurückblicken und gleichzeitig nach vorne schauen.
Denn eines ist klar: Dieses Team geht als Sieger in die wohlverdiente Saisonpause.
Und irgendwo, ganz leise, fast schon im Hintergrund, hört man ihn noch einmal…
10… 9… 8…
Ein Team.
Eine Saison.
Erinnerungen, die bleiben!

