Um die Timeline noch final auszführen: Nachdem am 19. März klar wurde, dass das Fanionteam des uniho zum zweiten Mal überhaupt um den Aufstieg in die 1. Liga spielen darf, ging das muntere Organisieren los: Speaker hier, Gegneranalyse da, Helfer (ein riesiges Merci an alle, die das Team unterstützt haben und vor allem an Heimrundenchef Mäthu Furer, der wieder einmal alles daran gesetzt hat, dass die Spieler die Partie einfach geniessen durften) dort. Nachdem auch noch der Gegner bekannt wurde, begab sich Coach Heer in die Schaltzentrale zur Gegneranalyse, zweimal Training, und dann war es schon soweit: Vor 136 Zuschauerinnen und Zuschauern (auch hier ein herzliches Danke für den lautstarken und unglaublich tollen Support!) duellierte sich der uniho mit den Wild Dogs Sissach in Spiel 1.
uniho vs. Wild Dogs Sissach 9:11
Druckvoll, motiviert und ohne falsche Scheu startete der uniho in das dritte Playoffspiel der Vereinsgeschichte. Mehr Ballbesitz, mehr Abschlüsse, mehr Offensivaktionen – und doch lag der uniho nach den ersten 20 Minuten mit 0:3 im Hintertreffen. Sissach zeigte sich kaltblütig, nutzte die wenigen guten Chancen, welche die uniho-Defensive zuliess und konnte so mit einem kleinen Vorsprung zum ersten Pausentee.
Kleiner Vorsprung, da dreimal 20 Minuten effektives Unihockeyspiel einfach unglaublich lange sind und ein Drei-Tore-Vorsprung noch überhaupt keine Bedeutung hat – vor allem nicht zu solch frühem Zeitpunkt. Im Mitteldrittel kämpfte sich dann der uniho bald einmal auf die Anzeigetafel, musste aber kurz nach dem ersten eigenen Treffer den vierten Gegentreffer hinnehmen. Dann gab es auch noch einen Penalty für die Gäste aus dem Baselland, doch dieser wurde nicht genutzt. Zur Spielhälfte stand es weiterhin 1:4, doch dann zündete der uniho den Turbo und liess die Halle kochen: Mit unzähligen Abschlüssen deckte das Herren I den sackstarken Sissacher Torhüter ein – und fing an, zu treffen. Zunächst zum 2:4, kurz darauf zum Abschluss und noch bevor das zweite Drittel endete gelang der Ausgleich – was für ein Zwischenspurt, was für ein Spiel. Nicht nur auf der Tribüne, auch auf der Bank und dem Feld war zu spüren: Heute war grosses möglich.
Daran änderte sich auch nichts, als zu Beginn des Schlussdrittels Sissach erneut in Führung gehen konnte. Zu abgeklärt trat der uniho in dieser Phase auf, glich erneut aus – und konnte tatsächlich auch erstmals an diesem Nachmittag in Führung gehen. Auf das 6:5 folgte das 7:5, mit noch rund 10 Minuten auf der Matchuhr. War heute der Tag, an dem der grosse Wurf und der erste Sieg in einer Playoffpartie gelang?
Es ist oben zu lesen: Drei Tore Vorsprung sind nicht viel, zwei nochmal weniger. Als dann Sissach eine Unachtsamkeit des Derendinger Torhüters zum Anschluss nutzte, war endgültig wieder alles drin. Auf den Ausgleich der Wild Dogs folgte ihr Führungstreffer und der offene Schlagabtausch genannt Schlussphase war lanciert. 9:9 stand es weniger als zwei Minuten vor Schluss, als eine Strafe gegen den uniho angezeigt war. Sissach konnte entspannt den Torhüter durch einen zusätzlichen Feldspieler ersetzen. Diese Gelegenheit liess sich der 1.-Ligist nicht nehmen und erzielte 73 Sekunden vor Schluss den entscheidenden zehnten Treffer. Es sollte noch einer ins verwaiste Derendinger Tor folgen, sodass schliesslich ein 11:9 auf der Anzeigetafel stand.
Die Enttäuschung der Derendinger wich bald einmal Stolz und Zuversicht, denn: Das war eine wirklich sackstarke Leistung – und in zwei Wochen bietet sich dann die Möglichkeit, das auch in einen Erfolg umzumünzen, wenn es in der Einfachhalle von Känerkinden am 11. April um 10:00 Uhr wieder: Playoff-Time heisst.

