Nach der knappen Niederlage in Spiel 1 gab es zwei Wochen Erholung – oder besser gesagt zwei Wochen Training, wobei am Ostermontag die Session ausgesetzt wurde und ein grosser Teil des Teams am Mittwoch auf Grund von Ferien, militärischen Pflichten und ähnlichem nicht anwesend war. Nichtsdestotrotz ging das Team topmotiviert und angestachelt ins zweite Spiel am Samstagmorgen in Känerkinden – auch dank der zahlreichen, lautstarken und unglaublich unterstützenden Fangemeinde, die mit dem Car angereist war und dem Team als 5. Frau und 5. Mann den Rücken stärkte.
Wild Dogs Sissach – uniho 8:9
Ein wahres Startfurioso zündete das Fanionteam des uniho und zeigte sich in den Startminuten überhaupt nicht erschrocken darüber, dass dieses Spiel unbedingt gewonnen werden musste, um eine „Belle“ am Folgetag in Derendingen zu erzwingen. Mit einem Doppelschlag in der 7. Minute erspielte man sich eine 2:0-Führung. Auch nach dem Anschlusstreffer der Sissacher in der 14. Minute blieb man ruhig und konnte mit einem weiteren Doppelschlag kurz vor Drittelsende den Vorsprung auf 4:1 stellen. Durchatmen, erste Drittelspause und dann weiterpowern, so dass Kredo in der Kabine.
Nach dem ersten Seitenwechsel dauerte es gerade mal 142 Sekunden, bis der uniho auf 5:1 und weniger als eine Minute später in Überzahl auf 6:1 stellte. Was nach einem klaren Resultat aussieht, ist im Kleinfeldunihockey aber noch weit davon entfernt, eine Vorentscheidung zu sein. Noch dauerte die zunehmend ruppigere Partie im Hexenkessel von Känerkinden weit über 30 Minuten und alles war möglich. Gleich drei kleine Strafen mussten die Derendinger um Spielmitte hinnehmen und schliesslich nach 33 Minuten auch den zweiten Gegentreffer. Trotzdem ging es mit einem 4-Tore-Vorsprung in die zweite Drittelspause.
Bis zur 49. Minute gelang es den Sissachern mit zwei Treffern auf 4:6 zu verkürzen, doch der uniho war sich um eine Antwort nicht zu schade und die Partie verkam zu einem offenen Schlagabtausch. Auf den nächsten Derendinger Treffer folgten zwei Sissacher Tore, sodass es mit einem 6:7 aus Sicht des Heimteams in die letzten fünf Minuten ging. Auf den achten Derendinger Treffer antwortete Sissach 3 Minuten vor Schluss mit dem erneuten Anschluss und dem 7:8 – und auch nach dem 9:7 für das Fanionteam des uniho gab sich Sissach noch nicht geschlagen – 27 Sekunden vor Schluss verkürzte das Heimteam erneut. Aber: Den Ausgleich konnten die Baselländer nicht mehr erzwingen – Sieg für den uniho, und damit ein Stück Vereinsgeschichte. Erstmals überhaupt gelang es, einem 1.-Ligisten ein Schnippchen zu schlagen und ein Team aus der obersten Liga des Landes zu bezwingen. Spiel 3 würde also stattfinden – nur 27 Stunden nach Abpfiff.
uniho vs. Wild Dogs Sissach 5:4
Rappelvoll war die Mitte am Sonntagnachmittag, 313 Zuschauerinnen und Zuschauern wollten miterleben, wie womöglich Geschichte geschrieben wird und der uniho erstmals den Aufstieg in die 1. Liga bewältigt. Alles war angerichtet für ein Spiel, das niemand so schnell vergessen sollte.
Anders als noch am Vortag waren Tore im ersten Drittel Mangelware. Bis zur 18. Minute stand es gar 0:0, was auch an den Torhütern auf beiden Seiten lag, die zweifelsohne eine starke Leistung zeigten und verhinderten, dass sich eines der beiden Teams einen frühen Vorsprung erspielen konnte. Erst nach 17 Minuten und 17 Sekunden fiel schliesslich der vielumjubelte Führungstreffer für den uniho. So ging es mit einem 1:0 in die erste Drittelspause.
Den Start in Drittel 2 nicht zu verschlafen, das war das oberste Gebot. Allerdings war das leichter gesagt als getan; Sissach kam druckvoll aus der Kabine und konnte nicht nur in der 22. Minute ausgleichen, sondern in der 24. Minute erstmals seit Spiel 1 in Führung gehen. Doch wie bereits während der gesamten Serie liess sich der uniho dadurch nicht aus der Ruhe bringen und schaffte nur rund zweieinhalb Minuten später den 2:2-Ausgleich. Es entwickelte sich eine weiterhin hochstehende, spannende und ausgeglichene Partie, in der die Sissacher den nächsten Treffer erzielten und nach zwei Dritteln mit einer Länge in Führung lagen.
Schicht im Schacht? Noch lange nicht! Angetrieben vom lautstarken „Kommando Derendingen“ und Familien, Freunden, Bekannten, ehemaligen und künftigen Gegnern brauchte der uniho keine Minute, um im Schlussdrittel den Ausgleich zu erzielen. In der 49. Minute explodierte dann alles, als das Fanionteam die Führung wiederum an sich riss. 4:3, noch weniger als 10 Minuten und Sissach versuchte, ohne Torhüter zum Erfolg zu kommen. Doch: Einen Gegentreffer konnte der Captain der Gäste nur noch mit seinem Arm verhindern – Penalty für den uniho, der erste in dieser Serie. Während die Sissacher eine solche Gelegenheit in den ersten beiden Spielen liegen liessen, nutzten die Derendinger diese eiskalt – 5:3, noch sechseinhalb Minuten auf der Uhr. Der uniho zeigte in den folgenden Minuten unglaublich viel Moral, kämpfte was das Zeug hält und sehnte die Schlusssirene herbei. Noch war es aber nicht ausgestanden, zwei kleine Strafen gegen die Derendinger ermöglichten Sissach, ohne Torhüter mit 4 gegen 2 Feldspieler ihr Glück zu versuchen. Wie am Vortag konnten sie 27 Sekunden vor Schluss den Anschlusstreffer erzielen, doch der Ausgleich kam nicht mehr. Um kurz nach 17 Uhr war es ausgestanden – und der Jubel kannte keine Grenzen mehr. Am Vortag ein kleines Stück Geschichte geschrieben, am Sonntag ein Riesiges: Der uniho spielt nächste Saison 1. Liga!
Eine unglaubliche Saison geht damit zu Ende. Dass es überhaupt zu dieser Playoffserie kam, grenzte an ein Wunder und wurde nur durch Verzichte und Zufälle möglich. Aber: Ohne eine starke „Regular Season“ hätte es das Fanionteam überhaupt nicht in die Playoffs geschafft. Und dann noch gegen einen 1.-Ligisten eine Best-of-3-Serie zu gewinnen, dazu braucht es eine grosse Mannschaft – und genau die hat der uniho mit seinem Herren I. Schlussendlich ist dieser Erfolg aber viel grösser als nur bei den 14 Mannen zu verordnen, die am Sonntag diese Geschichte direkt geschrieben haben. Weit mehr als die Hälfte der Equipe hat die hauseigene Juniorenabteilung durchlaufen, was die wertvolle Arbeit im Nachwuchsbereich unterstreicht. Und: Auf der Tribüne unterstützen Spielern aus den weiteren Herren-Teams die Mannschaft, sorgten mit dem Spielsekretariat dafür, dass das alles überhaupt funktionieren konnte und organisierten den gesamten Anlass. Damit geht ein riesiges Merci an alle, die in diesem unglaublich tollen Verein so unheimlich viel wertvolle, ehrenamtliche Arbeit geleistet haben und weiterhin leisten. Dieser Erfolg gehört dem gesamten Verein, allen Juniorentrainerinnen und -trainern, allen Spielerinnen und Spielern in allen Stufen. Danke, dass ihr das mit eurer Arbeit möglich gemacht habt!
Einmal uniho, immer uniho, tous ensemble – und ab nächster Saison 1. Liga!

