Gleich vorweg, damit hier gar keine falsche Spannung aufgebaut wird: Die Junioren E des Uniho Derendingen haben heute mal kurz das Saisonziel weg geflext. Sauber. Präzise. Ohne grosses Nachfragen.
Aber der Reihe nach.
Das exakt gleiche Kader wie in der letzten Runde versammelte sich am Morgen um 08:30 Uhr beim Sportzentrum Bechburg in Oensingen. Verstärkt durch den kompletten Trainerstaff.
8:30 Uhr? Naja… sagen wir es so: Für gewisse Spieler begann der Tag offiziell ein paar Minuten später.
Grund dafür war ein Grossanlass am Vorabend. Lastwagen standen da, wo eigentlich Autos parkieren sollten, und man munkelt, das grösste Feuerwerk der Schweiz sei natürlich nur gezündet worden, weil man bereits wusste, dass hier am nächsten Tag Geschichte geschrieben wird.
Schlussendlich war aber das komplette Team anwesend, aufgewärmt und bereit. In der Garderobe dann die klare Ansage:
Heute ist der Tag.
Alle heutigen Gegner wurden bereits mindestens einmal geschlagen. Das Ziel war greifbar nah.
Auf die Frage, ob alle ready seien, folgte ein ohrenbetäubendes „JAAAA“.
Was danach kam, war für die Trainer fast schon beängstigend: Ruhe. Fokus. Konzentration. Kein wildes Herumgealbere. Eher so: Wir erledigen das jetzt.
Spiel 1: SC Oensingen Lions – Uniho 2:11
Anpfiff. Ein kurzer Blick. Und los. Nach 25 Sekunden klingelte es bereits im Tor der Oensinger. Ein Angriff, zwei Pässe, Abschluss. Fertig.
Die Botschaft war klar: Derendingen war nicht gekommen, um sich aufzuwärmen.
Die Defensive stand sicher, Bälle wurden früh erobert und sofort wieder nach vorne getragen. Angriffswelle um Angriffswelle rollte Richtung gegnerisches Tor. Die Abschlüsse kamen aus allen Lagen, teilweise wunderschön herausgespielt, teilweise einfach kompromisslos reingehauen.
Nach vier Minuten ein kleiner Dämpfer zum 1:3. Ein Missverständnis, ein kurzer Moment der Unordnung. Kurz nicken, weitermachen.
Und genau das passierte.
Derendingen spielte sich in einen kleinen Rausch. Kombinationen klappten, Laufwege passten, jeder wollte, jeder konnte. Die Bank feuerte an, die Tribüne zog mit. Beim Stand von 1:11 war die Sache längst entschieden. Der letzte Gegentreffer fiel genau auf den Schlusspfiff. Zu diesem Zeitpunkt hatte ein Teil des Teams das Spiel bereits offiziell für beendet erklärt und war jubelnd aufs Feld gestürmt.
Endresultat: 2:11 für den Uniho. Ein Auftakt, der nicht nur überzeugte, sondern gleich ein Ausrufezeichen setzte.
Spiel 2: STV Murgenthal – Uniho 4:7
Keine Zeit für lange Analysen. Ein kurzer Pipiblitzstopp, ein paar Schlucke Wasser und weiter ging es.
Derendingen startete erneut stark. Frühe Ballgewinne, druckvolles Spiel nach vorne und zwei schnelle Tore. Alles unter Kontrolle. Alles nach Plan.
Und dann passierte das, was in keinem Drehbuch stand. Murgenthal kam zurück.
Ein Tor.
Noch eins.
Und plötzlich noch ein drittes.
Rückstand!
Ein kurzer Moment des Innehaltens. Ein paar ratlose Blicke. Auf der Tribüne leichtes Raunen. Die Stimmung drohte zu kippen. Aber nicht heute. Sicher nicht heute.
Derendingen blieb cool. Kein Chaos, kein Hadern. Stattdessen ein kollektives „Jetzt erst recht“.
Die Zweikämpfe wurden intensiver geführt, die Laufbereitschaft nochmals erhöht. Jeder kämpfte für jeden.
Der Ausgleich zum 3:3 fiel verdient. Die Führung zum 4:3 kurz darauf war ein Statement.
Und dann lief es wieder. Derendingen übernahm die Kontrolle, spielte clever, nutzte Chancen und liess sich nicht mehr aus dem Konzept bringen.
Murgenthal kam zwar nochmals auf 4:7 heran, doch der Sieg war da bereits sicher verwaltet.
Endresultat: 4:7 für den Uniho.
Es war ein Spiel, das zeigte: Dieses Team kann nicht nur dominieren, sondern auch reagieren.
Spiel 3: Racoons Herzogenbuchsee – Uniho 1:2
15 Minuten Pause. Zeit, den Hotdog zumindest halb professionell zu versorgen. Chamäleonsaft hinterher. Sicherheitshalber nochmals Kampfgummibären.
In der Garderobe wurde es nochmals ruhig. Fokus. Konzentration. Jeder wusste, worum es geht.
Klare Ansage und ein Goaliewechsel, der selbstverständlich zuerst noch ins Spiel gebracht, sprich warmgeschossen werden musste.
11:00 Uhr Anpfiff. 11:01 Uhr Tor für Derendingen. Perfekter Start. Jubel. Energie. Alles da.
Doch dieses Spiel war anders. Kein Offensivspektakel, sondern ein echter Kampf. Jeder Meter musste erarbeitet werden. Zweikämpfe, geblockte Schüsse, lange Ballbesitzphasen ohne klare Abschlüsse.
Nach rund zehn Minuten dann das wichtige 0:2. Ein Treffer, der etwas Luft verschaffte. Kurz darauf der Gegentreffer zum 1:2.
Und plötzlich war alles wieder offen.
Die letzten Minuten entwickelten sich zu einem Nervenspiel. Jeder Ballgewinn wurde gefeiert, jeder geblockte Schuss bejubelt. Auf der Bank wurde mitgefiebert, auf der Tribüne mitgezittert.
Vermutlich standen mehrere Herzschrittmacher mehrfach vor dem Kurzschluss, Trainer alterten im Minutentakt um Jahre und die Fans hielten kollektiv den Atem an.
Dann der Countdown.
10…
9…
8…
Die Spannung war greifbar.
Und mit dem Schlusspfiff brachen alle Dämme. Die komplette Bank stürmte aufs Feld. Jubel. Umarmungen. Hüpfen. Schreien. Auf der Tribüne vermutlich die eine oder andere stolze Freudenträne. Oder zwei. Oder ein kleiner Wasserfall.
Der Sieg war da. Das Saisonziel erreicht.
Fazit:
Diese 8. Runde hatte alles, was man sich wünschen kann. Ein dominanter Start, eine mentale Reifeprüfung im zweiten Spiel und ein nervenaufreibender Showdown zum Schluss. Dieses Team hat heute nicht nur Spiele gewonnen, sondern gezeigt, was in ihm steckt.
Spielerisch stark, kämpferisch beeindruckend und mental einen riesigen Schritt nach vorne gemacht. Rückschläge wurden weggesteckt, Führungen clever verwaltet und Drucksituationen gemeinsam gemeistert.
Dazu ein unglaublicher Teamspirit. Eine Bank, die lebt. Ein Publikum, das trägt. Ein Trainerstaff, der… sagen wir… grösstenteils den Überblick behielt. Und irgendwo dazwischen unzählige kleine Highlights, grosse Emotionen und ganz viel Leidenschaft für diesen Sport.
Wenn man so will, wurde heute nicht einfach ein Saisonziel erreicht. Heute wurde gezeigt, warum dieses Team es verdient hat.
Egal, was in der letzten Runde noch passiert, dieses Team wird die Saison als Sieger beenden. Ein Tag für die Geschichtsbücher. 🏑🔥💙

